Munin Graphen grafisch an eigene Bedürfnisse anpassen

2009-09-20 - kostaki 2 Kommentare »

Nachdem ich Munin das erste mal selbst im Einsatz hatte, war ich doch recht ernüchtert über die erstellten Graphen. Besonders haben mich die dicken Linien gestört, aber ich dachte das kann man ja später noch anpassen und so habe ich es erstmal ignoriert. Mit der Zeit gewöhnt man sich auch daran und ein nicht ganz optimales Systemmonitoring ist besser als gar keins. ;)

Jetzt wollte ich mir die Möglichkeiten der grafischen Anpassung aber doch mal genauer angucken. Leider findet man nicht gerade viel zu diesem Thema im Netz und so war der Einstieg etwas steinig. Eine gute Seite zu diesem ist der SysMonBlog. In diesem Beispiel verwende ich als Hostname debianroot.de.

Als erstes habe ich nach einem Weg gesucht um die Erstellung der Graphen selbst anzustoßen, da ich nicht immer 5 Minuten warten wollte um eine Änderung zu sehen. Munin-graph ist für das Erstellen der Graphen verantwortlich und kann auch manuell aufgerufen werden. Da es sich unter normalen Umständen nicht als root ausführen lässt, sollte man es per sudo mit den Rechten des Users Munin aufrufen. Eine Erklärung der Parameter bekommt man so:

$ sudo -u munin /usr/share/munin/munin-graph --help

Als zweites sucht man sich einen Client aus und bei diesem Client einen Graphen den man anpassen möchte. Ich nehme zum testen den folgenden Load Graphen.

load-dayLINE2

Um diesen zu aktualisieren benutze ich diesen Befehl.

$ sudo -u munin /usr/share/munin/munin-graph --nolazy --host debianroot.de --service load

Erklärung

  • --nolazy besagt das wir die Erstellung fordern, auch wenn Munin denkt das wäre nicht von Nöten. Wenn man es weg lässt oder --lazy benutzt, aktualisiert Munin nur Graphen die nicht vorhanden oder out of date sind.
  • Mit --host debianroot.de gibt man den Hostnamen an der aktualisiert werden soll. Ohne die Angabe eines Hosts werden alle Graphen neu erstellt. Es sollte der Hostname genommen werden der auch in der munin.conf steht.
  • --service load schränkt die Erstellung auf ein bestimmten Service/Plugin ein.
  • Will man wissen ob etwas passiert oder was genau passiert, dann kann man noch --debug angeben. Vorsicht das ist alles sehr kryptisch. :P

Nun zu den Anpassungen. Die Werte für das Erstellen der Graphen kann man entweder direkt im Plugin anpassen oder in der munin.conf die Standardwerte überschreiben. Ich finde den Weg der Anpassung in der Config angenehmer und Wartungsfreundlicher. Der Blick ins Plugin selbst lohnt sich aber trotzdem um die die verwendeten Werte zu finden. Außerdem sieht man so gleich mal wie einfach diese Plugins doch sind.

Die Munin Plugins findet man bei Debian hier:

$ cd /usr/share/munin/plugins

und die Munin Config hier:

$ nano /etc/munin/munin.conf

Wie schon erwähnt störte mich als erstes die recht dicke Linie. Dies kann man mit dem Parameter draw anpassen. Es gibt 3 mögliche Dicken. LINE1, LINE2 und LINE3 (LINE2 ist der detault Wert). Um so größer die Zahl um so dicker die Linie. Wenn ich jetzt draw auf LINE1 setze kommt der folgende Graph raus.

load-dayLINE1

Und hier zur Veranschaulichung LINE3.

load-dayLINE3

Testen kann man es indem man die munin.conf wie folgt anpasst und dann den Graphen wie oben beschrieben aktualisiert.

[debianroot.de]
    address 127.0.0.1
    use_node_name yes
    load.load.draw LINE1

Munin kennt auch noch ein paar andere Werte für draw. Bei Load macht AREA vielleicht noch Sinn.

load-dayAREA

Was es noch gibt kann man im Munin Wiki nachlesen. Mit diesen Informationen kann man sich jetzt an die gewünschten Graphen heran arbeiten.

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  1. 2 Kommentare

  2. Ihan
    schrieb am 02.11.2009 um 22:04 Uhr

    Danke hat mir geholfen den Einstieg hinzu bekommen.

  3. ZeldoR
    schrieb am 18.02.2010 um 16:49 Uhr

    Vielen Dank für die Mühe, dieser Artikel hat mir geholfen, und wird noch vielen anderen helfen :)

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